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Autarkie

Batteriespeicher­rechner: Wie seriös sind Ersparnis- und Amortisations­rechner?

Wie viel Stromkosten kannst Du mit einem Batteriespeicher sparen? Und wann macht sich die Anschaffung bezahlt? Batteriespeicherrechner sollen bei diesen Fragen Orientierung geben. Oft reichen wenige Eingaben, um eine jährliche Ersparnis und eine Amortisationszeit zu erhalten.

Doch eine präzise wirkende Zahl ist noch keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Entscheidend ist, welche Daten der Rechner verwendet, welche Annahmen dahinterstehen und wie verständlich er seine Ergebnisse erklärt.

In diesem Beitrag erfährst Du, worauf Du achten solltest - und wie wir bei der YOULIQ Potenzialanalyse vorgehen.

Warum Speicherrechner unterschiedliche Ergebnisse liefern

Die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) hat Online-Solarstromrechner untersucht. Dabei zeigten sich selbst für dieselbe Ausgangssituation deutliche Unterschiede bei den berechneten Autarkiegraden.

Um die Qualität solcher Angebote zu verbessern, hat die HTW Berlin Qualitätsstandards für vertrauenswürdige Solarstromrechner veröffentlicht. Sie stellen belastbare Eingangsdaten, realistische Annahmen und plausible Ergebnisse in den Mittelpunkt. Ebenso wichtig ist, dass Nutzer die Berechnungsgrundlagen nachvollziehen können.

Für Dich bedeutet das: Vergleiche nicht nur die angezeigte Ersparnis. Schau auch darauf, wie sie zustande kommt.

Wann ein Batteriespeicher Stromkosten sparen kann

Eine PV-Anlage erzeugt häufig gerade dann viel Strom, wenn im Haushalt wenig gebraucht wird. Abends kann es umgekehrt sein: Du benötigst Strom, während die Solaranlage kaum noch etwas liefert.

Ein Batteriespeicher kann diese zeitliche Lücke teilweise überbrücken. Er nimmt Solarstrom auf, der gerade nicht direkt verbraucht wird, und stellt ihn später wieder bereit. So kannst Du einen größeren Teil Deiner eigenen Erzeugung nutzen und Deinen Netzbezug reduzieren.

Wie groß dieser Effekt ausfällt, hängt vom Zusammenspiel aus Erzeugung, Verbrauch und Speicher ab. Eine große PV-Anlage allein garantiert noch keine hohe Speicherersparnis. Ebenso wenig lässt sich aus einem hohen Jahresverbrauch automatisch ableiten, wie gut ein Speicher ausgelastet wird.

Warum Dein Jahresstromverbrauch allein nicht genügt

Stell Dir zwei Haushalte mit jeweils 6.000 kWh Jahresverbrauch vor.

In einem Haushalt sind tagsüber viele Geräte in Betrieb. Ein großer Teil des Solarstroms wird unmittelbar genutzt. Im anderen Haushalt fällt der Strombedarf vor allem morgens und abends an. Dort kann mehr Bedarf bestehen, Solarstrom zeitlich zu verschieben.

Obwohl beide Haushalte dieselbe Jahresmenge verbrauchen, kann sich der Nutzen eines Speichers unterscheiden.

Auch die Jahreszeiten spielen eine Rolle: Ein sommerlicher PV-Überschuss steht einem üblichen Heimspeicher nicht bis zum Winter zur Verfügung. Deshalb müssen Erzeugung und Verbrauch im zeitlichen Zusammenhang betrachtet werden.

So arbeitet die YOULIQ Potenzialanalyse

Unsere Berechnung bildet ein Jahr in 15-Minuten-Schritten ab. Dabei werden PV-Erzeugung und Strombedarf gegenübergestellt und die möglichen Energieflüsse mit dem YOULIQ one simuliert.

Grundlage sind Deine Angaben, zeitlich aufgelöste Profile und die hinterlegten technischen Modellparameter. Das Ergebnis beschreibt damit ein berechnetes Szenario für Deine Ausgangssituation.

Für die Einordnung sind insbesondere diese Angaben wichtig:

Die Größe Deiner PV-Anlage

Die Anlagenleistung in kWp hilft, die mögliche Solarstromerzeugung einzuordnen. Entscheidend für den Speichernutzen ist, welcher Anteil davon nach dem direkten Verbrauch im Haushalt noch zur Verfügung steht.

Dein gesamter Stromverbrauch

Gemeint ist die gesamte im Haushalt verbrauchte Strommenge - einschließlich des direkt genutzten Solarstroms.

Der Netzbezug auf Deiner Stromrechnung kann deshalb niedriger sein als Dein tatsächlicher Gesamtverbrauch. Wer beides gleichsetzt, beschreibt die Ausgangssituation möglicherweise unvollständig.

Dein Strompreis und Deine Einspeisevergütung

Der verbrauchsabhängige Strompreis bestimmt, welchen Wert vermiedener Netzbezug hat. Ein gleichbleibender Grundpreis sinkt dagegen normalerweise nicht dadurch, dass Du weniger Kilowattstunden einkaufst.

Zugleich muss berücksichtigt werden, welche Einnahmen Dir entgehen, wenn Du Solarstrom speicherst, statt ihn einzuspeisen.

Gespeicherter Solarstrom hat einen wirtschaftlichen Gegenwert

Die Stromkostenersparnis lässt sich nicht allein aus der vermiedenen Netzstrommenge ableiten.

Wenn Du für eingespeisten Solarstrom eine Vergütung erhältst, verzichtest Du beim Speichern auf diese Einnahme. Außerdem kommt wegen der Verluste weniger Energie aus dem Speicher heraus, als zuvor hineingeladen wurde.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel verdeutlicht den Zusammenhang:

  • Netzstrom kostet 35 Cent je kWh.

  • Die Einspeisevergütung beträgt 7 Cent je kWh.

  • Von einer gespeicherten Kilowattstunde stehen bei einem beispielhaften Gesamtwirkungsgrad von 90 Prozent später 0,9 kWh zur Verfügung.

Diese 0,9 kWh vermeiden Netzstromkosten von 31,5 Cent. Abzüglich der entgangenen Einspeisevergütung von 7 Cent ergibt sich ein Vorteil von 24,5 Cent je ursprünglich gespeicherter Kilowattstunde.

Das Beispiel zeigt das Rechenprinzip. Die Werte sind frei gewählt und keine Leistungsangabe zum YOULIQ one.

Wärmepumpe und Elektroauto richtig einordnen

Eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto kann Deinen Strombedarf erheblich beeinflussen. Für das Speicherpotenzial kommt es jedoch auch hier auf die zeitliche Verteilung an.

Der Heizstrombedarf ist häufig in den kälteren Monaten besonders hoch. Ein hoher Winterverbrauch bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ganzjährig genügend Solarüberschüsse zum Speichern verfügbar sind.

Beim Elektroauto ist unter anderem relevant, wann es zuhause geladen wird. Tagsüber kann das Fahrzeug Solarstrom direkt aufnehmen. Beim Laden am Abend entsteht eine andere Ausgangssituation.

Unsere Analyse bezieht Angaben zu Wärmepumpe und E-Auto ein. Wichtig ist dabei eine stimmige Verbrauchsangabe: Teilverbräuche dürfen im Gesamtverbrauch nicht doppelt gezählt werden.

Kapazität und Leistung erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Die Speicherkapazität beschreibt, wie viel Energie eine Batterie aufnehmen kann. Die Lade- und Entladeleistung bestimmt dagegen, wie schnell Energie aufgenommen oder abgegeben werden kann.

Das ist für die Erwartungen an einen Speicher wichtig: Auch eine gut gefüllte Batterie deckt nicht zwangsläufig jede kurzfristige Verbrauchsspitze vollständig ab. Übersteigt der Bedarf die verfügbare Entladeleistung, kann weiterhin Netzstrom nötig sein.

Für die Kaufentscheidung zählt deshalb, wie das gesamte System zu Deinem Alltag passt.

Verluste und fehlende Angaben gehören in die Berechnung

Unsere Simulation berücksichtigt Lade- und Entladeverluste über einen hinterlegten Gesamtwirkungsgrad. Für fehlende Eingaben können dokumentierte Referenzwerte verwendet werden.

Solche Annahmen ermöglichen eine erste Einschätzung, ersetzen aber keine individuellen Messdaten. Wenn beispielsweise der zuhause geladene Autostrom nur geschätzt werden kann, bleibt auch das darauf aufbauende Ergebnis mit Unsicherheit verbunden.

Je genauer Deine Angaben die tatsächliche Situation beschreiben, desto besser lässt sich das Ergebnis einordnen.

Was eine Amortisationszeit aussagt

Die Amortisationszeit beschreibt, wann die angesetzten Einsparungen die berücksichtigten Investitionskosten rechnerisch ausgleichen.

Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die Methode. Eine einfache Rechnung mit gleichbleibender jährlicher Ersparnis beantwortet eine andere Frage als ein Langfristszenario mit veränderlichen Strompreisen, Vergütungen und Speicherkapazitäten.

Die Zahl ist daher immer an ihre Voraussetzungen gebunden. Sie ist kein feststehender Termin, an dem sich eine Anschaffung unabhängig von der tatsächlichen Nutzung bezahlt gemacht haben wird.

Wie zukünftige Strompreise das Ergebnis verändern

Niemand kennt heute Deinen Stromtarif in zehn oder zwanzig Jahren. Dennoch müssen langfristige Wirtschaftlichkeitsrechnungen Annahmen dazu treffen.

Unsere Langfristbetrachtung setzt im Basisszenario eine jährliche Strompreissteigerung von 2 Prozent an. Andere Entwicklungen lassen sich als abweichende Szenarien betrachten.

Eine angenommene Preissteigerung ist keine Zusage über künftige Einsparungen. Sinnvoll ist deshalb auch die Frage: Wie verändert sich die Einschätzung, wenn Strompreise über längere Zeit gleich bleiben?

Einspeisevergütung und Batteriealterung im Langfristszenario

Für die Zeit nach dem Ende Deiner aktuellen EEG-Vergütung kann eine gesonderte Vergütungsannahme berücksichtigt werden. Sie beschreibt einen möglichen künftigen Rahmen und keine garantierte Anschlussvergütung.

Auch die Batterie wird über die Jahre nicht unverändert betrachtet. Im bisherigen Modell wird eine jährliche Kapazitätsabnahme von 1 Prozent angesetzt.

Die Langfristwerte entstehen durch Fortschreibung des ersten Simulationsjahres unter diesen technischen und wirtschaftlichen Annahmen. Für jedes Folgejahr wird also keine neue vollständige Viertelstundensimulation durchgeführt.

Welche Fragen Dir die Potenzialanalyse beantworten hilft

Mit der Auswertung kannst Du besser einschätzen,

  • wie viel Netzstrom sich durch die Nutzung des Speichers vermeiden lässt,

  • welchen Teil Deiner Solarstromerzeugung Du dadurch selbst nutzen kannst,

  • wie sich Deine Eigenversorgung verändert,

  • wie gut der Speicher voraussichtlich ausgelastet wird,

  • welcher finanzielle Vorteil sich unter den gewählten Annahmen ergibt.

Eine einzelne Kennzahl sollte dabei nicht allein entscheiden. Eine höhere Eigenversorgung kann beispielsweise für Dich einen eigenen Wert haben, während Du bei der Wirtschaftlichkeit vor allem auf Anschaffungskosten und jährliche Ersparnis schaust.

Woran Du einen nachvollziehbaren Rechner erkennst

Ein hilfreicher Batteriespeicherrechner erklärt seine Grundlagen so, dass Du das Ergebnis beurteilen kannst. Achte insbesondere auf diese Fragen:

  • Sind die verwendeten Verbrauchs- und Erzeugungsprofile beschrieben?

  • Ist erkennbar, welche technischen Eigenschaften berücksichtigt werden?

  • Werden Verluste und entgangene Einspeiseerlöse einbezogen?

  • Sind Annahmen zu künftigen Preisen und zur Batteriealterung offengelegt?

  • Werden die Grenzen der Berechnung verständlich erklärt?

Die HTW Berlin empfiehlt zudem möglichst hoch aufgelöste, vorzugsweise gemessene Profile und eine Prüfung der Ergebnisse auf Plausibilität. Eine Viertelstundenrechnung allein ist deshalb noch kein vollständiger Qualitätsnachweis.

Unser Anspruch: eine verständliche Grundlage für Deine Entscheidung

Wir orientieren uns bei der YOULIQ Potenzialanalyse an den Qualitätsgrundsätzen der HTW Berlin. Entscheidend ist für uns, dass Du die berechneten Werte zusammen mit ihren Annahmen und Grenzen einordnen kannst.

Dazu gehört auch, geringe Einsparpotenziale offen zu benennen. Eine Berechnung ist dann hilfreich, wenn sie Deine Entscheidung unterstützt – unabhängig davon, wie attraktiv ihr Ergebnis ausfällt.

Dein späterer Verbrauch, das Wetter und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können vom Modell abweichen. Die Potenzialanalyse bietet Orientierung und ist keine Garantie für eine bestimmte Ersparnis.

Was kann der YOULIQ one für Dich leisten?

Du möchtest mehr von Deinem Solarstrom selbst nutzen? Wir schauen uns Deine PV-Anlage, Deinen Stromverbrauch und Deine Angaben zu Deinem Haushalt an. Daraus erstellen wir eine persönliche Einschätzung zu Deinem Speicher- und Einsparpotenzial.

Potenzialanalyse kostenlos starten

Quelle: Qualitätsstandards für vertrauenswürdige Solarstromrechner der HTW Berlin