Zum Inhalt springen

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer

Artikel: Batteriespeicher­rechner: Wie seriös sind Ersparnis- und Amortisations­rechner?

Autarkie

Batteriespeicher­rechner: Wie seriös sind Ersparnis- und Amortisations­rechner?

Batteriespeicherrechner: Wie seriös sind Ersparnis- und Amortisationsrechner?

„Mit diesem Batteriespeicher sparen Sie X Euro pro Jahr.“ „Der Speicher amortisiert sich nach Y Jahren.“

Wer sich online über Batteriespeicher informiert, begegnet solchen Aussagen schnell. Zahlreiche Speicher- und Solarrechner versprechen, innerhalb weniger Minuten zu zeigen, wie hoch die mögliche Ersparnis eines Batteriespeichers ist.

Doch wie belastbar sind solche Ergebnisse eigentlich?

Die kurze Antwort: Das hängt entscheidend davon ab, wie gerechnet wird.

Denn eine Amortisationsrechnung ist nur so seriös wie die Daten und Annahmen, auf denen sie basiert. Genau darauf hat auch die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) aufmerksam gemacht.

Speicherrechner können zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen

Die HTW Berlin hat verschiedene Online-Solarstromrechner untersucht und dabei teilweise erhebliche Unterschiede festgestellt. Selbst bei identischen Ausgangsdaten können Rechner zu deutlich verschiedenen Ergebnissen bei Autarkie, Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit kommen.

Das Problem ist nicht der Rechner an sich.

Entscheidend ist, was im Hintergrund passiert.

Wird der Stromverbrauch einfach gleichmäßig über das Jahr verteilt? Wird davon ausgegangen, dass jede erzeugte Kilowattstunde Solarstrom auch tatsächlich gespeichert werden kann? Werden Speicherverluste berücksichtigt? Wird mit der nominalen Kapazität eines Batteriespeichers gerechnet – oder mit der Kapazität, die im normalen Betrieb tatsächlich nutzbar ist? Und welche Strompreise und Einspeisewerte werden für die kommenden zehn oder zwanzig Jahre angenommen?

Schon einzelne Annahmen können das Ergebnis erheblich verändern.

Die HTW Berlin hat deshalb Qualitätsstandards für sogenannte „vertrauenswürdige Solarstromrechner“ entwickelt. Im Mittelpunkt stehen drei Grundprinzipien:

  1. belastbare Eingangsdaten,
  2. realistische Annahmen,
  3. plausible und nachvollziehbare Ergebnisse.

An diesen Grundsätzen haben wir uns auch bei der Entwicklung der YOULIQ Potenzialanalyse orientiert.

Dabei ist uns eines besonders wichtig: Eine Potenzialanalyse ist eine Simulation und keine Garantie für eine bestimmte Ersparnis. Dafür hängen der tatsächliche Energieverbrauch und die wirtschaftliche Entwicklung eines Haushalts von zu vielen individuellen Faktoren ab.

Warum der Jahresstromverbrauch allein nicht ausreicht

Angenommen, zwei Haushalte verbrauchen jeweils 6.000 kWh Strom pro Jahr.

Auf dem Papier sind sie identisch.

In der Realität kann ihr Energieverbrauch jedoch vollkommen unterschiedlich aussehen.

Der erste Haushalt benötigt beispielsweise viel Strom morgens und abends. Der zweite verbraucht einen großen Teil tagsüber. Vielleicht gibt es zusätzlich eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto, das regelmäßig zuhause geladen wird.

Für einen Batteriespeicher ist genau dieser zeitliche Verlauf entscheidend.

Denn Solarstrom kann nur dann direkt genutzt oder gespeichert werden, wenn er zu diesem Zeitpunkt tatsächlich verfügbar ist. Und ein Speicher kann nur dann Stromkosten einsparen, wenn zu einem späteren Zeitpunkt gleichzeitig ein entsprechender Verbrauch vorhanden ist.

Deshalb empfiehlt auch die HTW Berlin, Stromverbrauch und Solarerzeugung nicht ausschließlich anhand pauschaler Jahreswerte zu betrachten. Um Verbrauchsspitzen und Schwankungen ausreichend abzubilden, sollten Verbrauchsprofile mindestens im 15-Minuten-Takt betrachtet werden.

Wichtig ist dabei: Bei PV-Eigenverbrauch ist das nicht automatisch der Netzbezug auf der Stromrechnung. Auch selbst erzeugter und direkt verbrauchter Solarstrom gehört zum Gesamtverbrauch.

Der Jahresverbrauch wird anschließend auf ein zeitlich aufgelöstes Lastprofil übertragen.

Strompreis

Der aktuelle Strompreis bestimmt, welchen finanziellen Wert eine Kilowattstunde Solarstrom hat, die dank des Speichers nicht mehr aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss.

Wer beispielsweise 30 Cent pro Kilowattstunde für Netzstrom bezahlt, spart durch eine zusätzlich selbst genutzte Kilowattstunde zunächst diese 30 Cent Netzbezugskosten.

Doch das ist noch nicht die tatsächliche Netto-Ersparnis.

Ein häufig übersehener Punkt: Gespeicherter Solarstrom ist nicht kostenlos

Wird überschüssiger Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist, erhält der Anlagenbetreiber dafür in der Regel eine Einspeisevergütung.

Wird dieser Strom stattdessen gespeichert und später selbst verbraucht, entfällt diese Vergütung.

Deshalb rechnen wir nicht einfach:

vermiedener Netzbezug = Ersparnis.

Sondern:

vermiedene Stromkosten – entgangene Einspeisevergütung = tatsächlicher finanzieller Vorteil.

Ein Beispiel:

Kostet Netzstrom 30 Cent/kWh und beträgt die Einspeisevergütung 8 Cent/kWh, ist eine zusätzlich selbst genutzte Kilowattstunde nicht 30 Cent wert.

Der wirtschaftliche Vorteil liegt – vor weiteren Speicherverlusten – bei ungefähr:

30 Cent – 8 Cent = 22 Cent/kWh.

Gerade bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung eines zusätzlichen Batteriespeichers ist diese Betrachtung entscheidend.

Deshalb weisen wir in unserer Potenzialanalyse die Stromkostenersparnis durch den vermiedenen Netzbezug, die entgangene Einspeisevergütung und die daraus resultierende Netto-Ersparnis getrennt aus. So bleibt nachvollziehbar, wie das wirtschaftliche Ergebnis zustande kommt.

10 kWh sind nicht automatisch 10 kWh nutzbare Speicherkapazität

Ein weiterer Punkt wird bei Speicherberechnungen leicht übersehen: Die angegebene Kapazität eines Batteriespeichers ist nicht zwangsläufig die Energiemenge, die im normalen Betrieb tatsächlich vollständig genutzt werden kann.

Dabei muss zwischen der nominalen bzw. Brutto-Speicherkapazität und der nutzbaren Speicherkapazität unterschieden werden.

Ein Grund dafür ist der Schutz der Batterie. Batteriespeicher werden im normalen Betrieb in einem definierten Ladezustandsbereich betrieben. Insbesondere eine zu starke Entladung – die sogenannte Tiefentladung – soll vermieden werden. Je nach System können darüber hinaus Sicherheits- oder Alterungsreserven vorgesehen sein.

Die HTW Berlin weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die nutzbare Speicherkapazität in der Regel kleiner als die nominale Speicherkapazität ist.

Was bedeutet Depth of Discharge (DoD)?

Die sogenannte Entladetiefe – auf Englisch Depth of Discharge oder kurz DoD – beschreibt das Verhältnis zwischen nutzbarer und nominaler Speicherkapazität.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Ein Batteriespeicher besitzt eine nominale Kapazität von 10 kWh und wird mit einer Entladetiefe von 90 % betrieben.

Dann stehen für den normalen Betrieb rechnerisch zur Verfügung:

10 kWh × 90 % = 9 kWh nutzbare Speicherkapazität.

Die übrige Kapazität ist damit nicht einfach „verschwunden“. Der eingeschränkte Betriebsbereich dient unter anderem dazu, die Batterie vor einer Tiefentladung zu schützen.

Das ist wichtig, weil eine Tiefentladung Batteriezellen schädigen und sich negativ auf ihre Lebensdauer auswirken kann. Batterie- und Wechselrichterhersteller begrenzen deshalb den zulässigen Ladezustandsbereich ihrer Systeme.

Auch die HTW Berlin berücksichtigt diese Unterscheidung ausdrücklich bei der Bewertung von Batteriespeichern und empfiehlt, Systeme anhand ihrer nutzbaren Speicherkapazität zu vergleichen.

Warum wir bei vorhandenen Speichern mit der nutzbaren Kapazität rechnen

Für unsere Potenzialanalyse ist dieser Unterschied besonders wichtig, wenn ein Haushalt bereits einen Batteriespeicher besitzt.

Viele Anlagenbetreiber kennen verständlicherweise nur die Kapazität, mit der ihr Speicher gekauft oder beworben wurde – beispielsweise: „Ich habe einen 10-kWh-Speicher.“

Ob es sich dabei um die nominale oder bereits um die nutzbare Kapazität handelt und welcher Ladezustandsbereich vom Hersteller freigegeben ist, ist häufig nicht bekannt.

Würde unsere Simulation in solchen Fällen automatisch davon ausgehen, dass die gesamte angegebene Kapazität vollständig nutzbar ist, könnten wir das Potenzial des vorhandenen Speichers überschätzen – und damit das verbleibende Potenzial eines zusätzlichen Speichers falsch beurteilen.

Deshalb berücksichtigt unsere Potenzialanalyse bei Bestandsbatterien nicht einfach ungeprüft die angegebene Bruttokapazität.

Ist lediglich die nominale Kapazität eines vorhandenen Batteriespeichers bekannt und liegen keine genaueren Herstellerangaben zur nutzbaren Kapazität vor, arbeiten wir mit einer standardisierten Annahme von 90 % nutzbarer Kapazität.

Aus einem angegebenen Bestandspeicher mit beispielsweise 10 kWh nominaler Kapazität werden in der Simulation somit zunächst 9 kWh nutzbare Kapazität.

Diese 90 % sind keine Behauptung darüber, welchen exakten DoD der konkrete Speicher des Kunden besitzt. Tatsächliche Werte unterscheiden sich je nach Hersteller, Batteriesystem und Betriebsstrategie. Die 90 % sind eine transparente Modellannahme für Fälle, in denen uns keine genaueren Angaben zum vorhandenen Speicher vorliegen.

Sind belastbare Angaben zur tatsächlich nutzbaren Kapazität vorhanden, können stattdessen diese verwendet werden.

So vermeiden wir, dem vorhandenen Speicher rechnerisch mehr nutzbare Kapazität zuzuschreiben, als unter realistischen Betriebsbedingungen zur Verfügung steht.

Auch ein bereits vorhandener Batteriespeicher wird berücksichtigt

Besonders anspruchsvoll wird die Berechnung, wenn bereits ein Batteriespeicher vorhanden ist.

Denn dann wäre es unrealistisch anzunehmen, dass ein zusätzlicher Speicher sämtliche PV-Überschüsse nutzen kann.

Deshalb berücksichtigen wir zunächst, welche Kapazität des vorhandenen Speichers unter realistischen Betriebsbedingungen tatsächlich nutzbar ist.

Unser Modell berücksichtigt anschließend die Reihenfolge der Speicher:

Der bestehende Hauptspeicher lädt und entlädt zuerst. YOULIQ one nutzt anschließend nur noch das tatsächlich verbleibende Potenzial.

Das bedeutet: Je besser ein vorhandener Speicher den Haushalt bereits versorgt, desto geringer kann das zusätzliche wirtschaftliche Potenzial eines weiteren Speichers ausfallen.

Die Kombination aus nutzbarer Kapazität, Lade- und Entladeleistung, Wirkungsgrad und zeitlichem Verbrauchsprofil entscheidet damit darüber, wie viel zusätzliches Potenzial nach dem vorhandenen Speicher überhaupt noch übrig bleibt.

Wärmepumpe und Elektroauto verändern das Lastprofil

Ein Jahresverbrauch von 7.000 kWh kann völlig unterschiedliche Ursachen haben.

Deshalb fragt unsere Potenzialanalyse zusätzlich ab, ob eine Wärmepumpe oder ein regelmäßig zuhause geladenes Elektroauto vorhanden ist.

Bei einer Wärmepumpe berücksichtigen wir, dass ihr Stromverbrauch typischerweise nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt ist. Ihr Verbrauch ist insbesondere in der Heizperiode höher.

Beim Elektroauto spielen neben dem jährlichen Ladestrom auch die typische Ladezeit und Ladeleistung eine Rolle.

Ein Fahrzeug, das überwiegend tagsüber geladen wird, beeinflusst das Zusammenspiel mit der PV-Anlage anders als ein Fahrzeug, das hauptsächlich abends angeschlossen wird.

Der E-Auto- und Wärmepumpenverbrauch wird dabei nicht zusätzlich auf den angegebenen Haushaltsverbrauch aufgeschlagen. Er wird innerhalb des angegebenen Gesamtstromverbrauchs separat modelliert.

Speicherverluste und nutzbare Kapazität gehören in die Rechnung

Auch ein Batteriespeicher kann nicht jede hineingeladene Kilowattstunde vollständig wieder abgeben.

Beim Laden, Speichern und Entladen entstehen Verluste.

Unsere Simulation berücksichtigt deshalb einen Roundtrip-Wirkungsgrad. Für YOULIQ one arbeiten wir im Modell mit einem definierten Wirkungsgrad; bei einem vorhandenen Fremdspeicher können individuelle Angaben verwendet werden.

Ist der Wirkungsgrad eines vorhandenen Speichers nicht bekannt, arbeitet das Modell mit einer transparent hinterlegten Standardannahme.

Dasselbe Prinzip gilt für die Speicherkapazität: Entscheidend für die Simulation ist nicht allein die nominelle Größe der Batterie, sondern die Kapazität, die tatsächlich für das Laden und Entladen zur Verfügung steht. Ist diese bei einem vorhandenen Speicher nicht bekannt, verwenden wir die oben beschriebene Standardannahme.

Das ist wichtig: Würde man Speicherverluste oder Einschränkungen der nutzbaren Kapazität ignorieren, würde die Simulation mit physikalisch nicht vollständig verfügbaren Energiemengen rechnen.

Was passiert, wenn Angaben fehlen?

Nicht jeder kennt die Ladeleistung seines vorhandenen Speichers oder weiß, ob die auf dem Gerät genannten 10 kWh tatsächlich 10 kWh nutzbarer Kapazität entsprechen. Ebenso weiß nicht jeder auf die Kilowattstunde genau, wie viel Strom das Elektroauto zuhause benötigt.

Eine Potenzialanalyse sollte deshalb nicht voraussetzen, dass Verbraucher sämtliche technischen Daten ihrer Energieanlage kennen.

Wo bestimmte Angaben fehlen, verwendet unser Rechner dokumentierte Standardannahmen.

Beispielsweise werden bei unbekannten Daten für einen vorhandenen Batteriespeicher Standardwerte für Lade- und Entladeleistung sowie Wirkungsgrad verwendet. Ist nur die nominale Speicherkapazität bekannt, wird für einen Bestandsbatteriespeicher eine nutzbare Kapazität von 90 % der angegebenen Kapazität angesetzt. Auch für den Verbrauch einer Wärmepumpe oder die zuhause geladene Energiemenge eines Elektroautos können hinterlegte Referenzwerte zum Einsatz kommen.

Dabei gilt selbstverständlich:

Je genauer die individuellen Eingangsdaten sind, desto individueller kann auch das Ergebnis werden.

Warum Strompreissteigerungen Amortisationsrechnungen schnell schöner aussehen lassen

Besonders vorsichtig sollte man bei langfristigen Wirtschaftlichkeitsprognosen sein.

Denn niemand weiß heute exakt, wie hoch der Haushaltsstrompreis in zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren sein wird.

Genau hier können Speicherrechner Ergebnisse stark beeinflussen.

Die HTW Berlin kritisiert beispielsweise Rechner, die pauschal mit sehr hohen jährlichen Strompreissteigerungen arbeiten. Bei einer angenommenen Steigerung um 5 Prozent pro Jahr würde sich der Strompreis bereits innerhalb von rund 15 Jahren ungefähr verdoppeln. Ein Speicher erscheint dadurch automatisch deutlich wirtschaftlicher.

In unserer Potenzialanalyse ist die angenommene Strompreisentwicklung deshalb transparent als Szenarioannahme hinterlegt.

Unser Basisszenario arbeitet derzeit mit einer moderaten jährlichen Strompreis- beziehungsweise Preisniveauänderung von 2 Prozent. Diese 2 Prozent sind keine Vorhersage des zukünftigen Strompreises. Sie dienen der konsistenten nominalen Fortschreibung langfristiger wirtschaftlicher Werte. Die Größenordnung entspricht dem mittelfristigen Inflationsziel der Europäischen Zentralbank; daraus folgt jedoch ausdrücklich keine Strompreisprognose der EZB.

Wer noch konservativer rechnen möchte, kann beispielsweise auch ein Szenario ohne Strompreissteigerung betrachten.

Das halten wir für wesentlich aussagekräftiger als eine scheinbar exakte Prognose eines zukünftigen Strompreises.

Und was passiert nach dem Ende der EEG-Vergütung?

Auch die heutige Einspeisevergütung läuft bei vielen PV-Anlagen nicht unbegrenzt weiter.

Deshalb berücksichtigt unser Langfristszenario das individuelle Jahr, bis zu dem die aktuelle EEG- beziehungsweise Einspeisevergütung gezahlt wird. Bis einschließlich dieses Jahres rechnen wir mit dem heute für die Speicherrechnung relevanten Vergütungswert.

Ab dem folgenden Jahr verwenden wir jedoch nicht einfach dauerhaft einen pauschal festgelegten Wert.

Für die Jahre bis 2030 orientieren wir uns an der aktuellen Mittelfristprognose der deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Dafür betrachten wir im Modell das Trend-Szenario für Strompreise und Marktwertfaktoren von Solarstrom. Die Mittelfristprognose ist selbst eine Szenariorechnung und keine Garantie zukünftiger Marktpreise.

Aus den dort hinterlegten Annahmen ergeben sich für unsere nominale Langfristrechnung derzeit modellierte Erlöswerte für Solarstrom von rund:

2027: 4,6 Cent/kWh
2028: 3,8 Cent/kWh
2029: 3,6 Cent/kWh
2030: 3,6 Cent/kWh

Die Ausgangswerte der ÜNB-Prognose werden dabei auf das jeweilige nominale Preisniveau der Modellrechnung umgerechnet.

Für die Jahre nach 2030 wäre es aus unserer Sicht nicht seriös, einfach eine immer weiter steigende oder fallende Entwicklung des Börsenstrompreises zu unterstellen.

Deshalb halten wir den für 2030 abgeleiteten Wert real konstant. Nominal wird er anschließend lediglich mit derselben Preisniveauannahme fortgeschrieben, die wir auch in der übrigen Langfristbetrachtung verwenden.

Der Zahlenwert steigt dadurch langfristig nominal etwas an, ohne dass wir einen realen Wertzuwachs des eingespeisten Solarstroms unterstellen.

Wichtig ist dabei auch die Unterscheidung zwischen einer gesetzlich geregelten Vergütung und unserem langfristigen Modellwert.

Nach heutiger Rechtslage besteht für ausgeförderte Anlagen weiterhin eine besondere Einspeisevergütung. Diese Regelung ist derzeit jedoch nur bis zum 31. Dezember 2032 vorgesehen.

Für spätere Jahre sprechen wir deshalb bewusst nicht von einer garantierten „Ü20-Vergütung“, sondern von einem:

„modellierten Erlöswert für eingespeisten Solarstrom nach EEG-Förderende“.

Welche Vergütung, Vermarktungsform oder sonstige Erlösmöglichkeit Anlagenbetreiber in vielen Jahren tatsächlich erhalten werden, kann heute niemand sicher wissen.

Auch zukünftige Vermarktungskosten lassen sich über einen Zeitraum bis 2050 nicht belastbar prognostizieren. Deshalb ziehen wir hierfür nicht einfach einen pauschal angenommenen konstanten Betrag über Jahrzehnte ab.

Die verwendeten Werte sind ausdrücklich Modellannahmen und keine Garantie zukünftiger Vergütungen oder Marktpreise.

Gerade bei älteren PV-Anlagen kann dieser Punkt erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers haben: Sinkt der wirtschaftliche Wert einer eingespeisten Kilowattstunde gegenüber der heutigen EEG-Vergütung, wird es attraktiver, einen größeren Anteil des eigenen Solarstroms selbst zu nutzen.

Damit vermeiden wir insbesondere die vereinfachende Annahme eines über viele Jahre unveränderten pauschalen Vergütungswerts nach dem EEG-Förderende. Stattdessen wird die Entwicklung innerhalb des Langfristszenarios transparent und auf Basis der jeweils hinterlegten Annahmen modelliert.

Auch eine Batterie bleibt über 20 Jahre nicht unverändert

Ein weiterer Punkt, der in langfristigen Modellrechnungen leicht übersehen wird, ist die Alterung des Batteriespeichers.

Unser Langfristszenario schreibt deshalb nicht einfach die Energieflüsse aus dem ersten Jahr unverändert über 20 oder 25 Jahre fort.

Stattdessen berücksichtigen wir für die langfristige Szenariobetrachtung derzeit eine jährliche Kapazitätsdegradation von 1 Prozent.

Auch diese Annahme ist transparent und editierbar.

Die HTW Berlin arbeitet in eigenen Modellen ebenfalls mit Annahmen zur Batteriealterung beziehungsweise einer im Zeitverlauf reduzierten verfügbaren Speicherkapazität.

Wichtig ist jedoch auch hier die Grenze des Modells: Unser Rechner führt derzeit nicht für jedes der kommenden 25 Jahre eine komplett neue 15-Minuten-Simulation durch. Der im ersten Jahr ermittelte Speichermehrwert wird für die Folgejahre unter Berücksichtigung der angenommenen Kapazitätsentwicklung sowie der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fortgeschrieben.

Das ist eine Modellrechnung – und genau als solche sollte sie verstanden werden.

Warum wir nicht jede errechnete Amortisationszeit anzeigen

Auch bei der Angabe einer Amortisationszeit setzen wir bewusst eine Grenze.

Unsere Langfristbetrachtung umfasst maximal 25 Jahre. Eine konkrete Szenario-Amortisationszeit weisen wir deshalb nur aus, wenn sich die Investition innerhalb dieses Betrachtungszeitraums rechnerisch amortisiert.

Ergäbe eine Modellrechnung beispielsweise eine Amortisationszeit von deutlich mehr als 25 Jahren, verzichten wir auf eine konkrete Jahresangabe.

Denn je weiter eine Rechnung in die Zukunft reicht, desto stärker hängt ihr Ergebnis von Annahmen zu Strompreisen, dem Wert eingespeisten Solarstroms, Batteriealterung und dem zukünftigen Verbrauch ab.

Eine auf eine Nachkommastelle berechnete Amortisationszeit in 30 oder 40 Jahren würde deshalb eine Genauigkeit suggerieren, die ein solches Modell nicht liefern kann.

Was unsere Potenzialanalyse kann - und was nicht

Eine seriöse Speicheranalyse sollte aus unserer Sicht nicht den Eindruck vermitteln, die kommenden 20 oder 25 Jahre exakt vorhersehen zu können.

Sie kann jedoch sehr gut beantworten:

Wie würde sich ein Batteriespeicher unter definierten und transparenten Annahmen in einem typischen Jahr verhalten?

Unsere Potenzialanalyse kann unter anderem abschätzen:

  • wie viel Netzstrom durch den Speicher zusätzlich vermieden werden kann,
  • wie viel zuvor eingespeister Solarstrom dadurch zusätzlich selbst genutzt wird,
  • wie sich der Autarkiegrad verändert,
  • welchen finanziellen Wert die zusätzlich gespeicherte Energie unter den aktuellen Strom- und Vergütungsbedingungen hat,
  • wie sich dieser Wert nach dem Ende der EEG-Förderung in einem definierten Langfristszenario entwickeln kann,
  • wie viel Kapazität eines vorhandenen Batteriespeichers unter den getroffenen Annahmen tatsächlich nutzbar ist,
  • wie stark ein vorhandener Batteriespeicher das verbleibende Zusatzpotenzial beeinflusst,
  • und wie sich verschiedene transparente Annahmen langfristig auf die Wirtschaftlichkeit auswirken können.

Sie kann dagegen nicht exakt vorhersagen, wann in einem individuellen Haushalt in fünf Jahren die Waschmaschine läuft, wie sich das Wetter entwickelt oder welchen Stromtarif der Haushalt 2040 abgeschlossen haben wird.

Deshalb sprechen wir bewusst von einer Potenzialanalyse.

Woran erkennt man einen seriösen Batteriespeicherrechner?

Wer einen Speicherrechner nutzt, sollte deshalb nicht nur auf die große Zahl beim Ergebnis schauen.

Mindestens genauso wichtig ist die Frage:

Kann ich nachvollziehen, wie diese Zahl entstanden ist?

Ein guter Rechner sollte erkennen lassen,

  • welche Verbrauchs- und Erzeugungsdaten verwendet werden,
  • wie zeitlich detailliert gerechnet wird,
  • ob mit nominaler oder tatsächlich nutzbarer Speicherkapazität gerechnet wird,
  • welche Entladetiefe (DoD) beziehungsweise welcher nutzbare Ladezustandsbereich angenommen wird, wenn keine individuellen Herstellerdaten vorliegen,
  • welche Wirkungsgrade berücksichtigt werden,
  • welche Annahmen bei fehlenden Angaben greifen,
  • wie vermiedener Netzbezug und entgangene Einspeisevergütung bewertet werden,
  • welcher wirtschaftliche Wert für eingespeisten Solarstrom nach dem Ende der EEG-Förderung angenommen wird,
  • welche Annahmen für zukünftige Strompreise beziehungsweise das Preisniveau verwendet werden,
  • wie Batteriealterung in langfristigen Berechnungen berücksichtigt wird,
  • und welche Unsicherheiten die Ergebnisse haben.

Genau diese Transparenz gehört zu den zentralen Anforderungen der von der HTW Berlin veröffentlichten Qualitätsstandards für vertrauenswürdige Solarstromrechner.

Unser Anspruch: lieber ein realistisches Ergebnis als eine möglichst kurze Amortisationszeit

Natürlich möchten Menschen wissen, ob sich ein Batteriespeicher für sie wirtschaftlich lohnt.

Aber ein Rechner sollte nicht dafür gebaut sein, möglichst beeindruckende Einsparungen oder möglichst kurze Amortisationszeiten auszugeben.

Er sollte dabei helfen, eine informierte Entscheidung zu treffen.

Deshalb haben wir uns bei der Entwicklung unserer Potenzialanalyse an den Qualitätsgrundsätzen der HTW Berlin orientiert und versuchen, relevante Annahmen möglichst transparent abzubilden.

Dazu gehört auch, nicht einfach mit der größtmöglichen Speicherkapazität zu rechnen. Wenn von einer Batterie beispielsweise 10 kWh nominal angegeben sind, bedeutet das nicht automatisch, dass diese 10 kWh im normalen Betrieb vollständig zur Verfügung stehen. Die Berücksichtigung der tatsächlich nutzbaren Kapazität kann Ergebnisse weniger spektakulär machen – aber genau das ist der Sinn einer realistischen Potenzialanalyse.

Dazu gehört für uns auch, langfristige Annahmen regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, wenn belastbarere Daten verfügbar sind.

Und manchmal kann eine ehrliche Analyse auch zu dem Ergebnis kommen, dass das zusätzliche Einsparpotenzial eines Speichers kleiner ist als zunächst erwartet.

Auch das ist ein wertvolles Ergebnis.

Denn bei einer Investitionsentscheidung zählt nicht die schönste Zahl.

Sondern eine Zahl, deren Entstehung man nachvollziehen kann.

Potenzialanalyse kostenlos starten